Ausgangssituation

Das Flüssigbodenverfahren ist eine neue, moderne und innovative Technologie mit hohem Zukunftspotenzial und weitem Anwendungsgebiet. Bei Flüssigboden handelt es sich um ein zeitweise fließfähiges, volumenkonstantes, sich selbst verfestigendes Verfüllmaterial für bautechnische Zwecke. Es kann aus dem vor Ort vorkommenden Aushubmaterial hergestellt und für unterschiedlichste Anwendungszwecke optimiert werden. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wird damit anfallender Bodenaushub verwertet und muss nicht auf Deponien entsorgt werden. Darüber hinaus können Schadstoffe im Boden immobilisiert und verdichtungsbedingte Bauschäden vermieden werden. Weiterhin kann für die zunehmend erdverlegte Stromkabel die Wärmeableitfähigkeit des Bodens dauerhaft sichergestellt werden.
Flüssigboden besteht aus Grundmaterial (natürliche oder industriell hergestellte Gesteinskörnungen), Zugabewasser, Flüssigbodencompound und Beschleuniger. Da die Eigenschaften, insbesondere des Grundmaterials, immer wieder variieren und der Flüssigboden eine Vielzahl technologisch steuerbarer Eigenschaften aufweist, kommt der Qualitätsüberwachung eine sehr hohe Bedeutung zu. Zu den wichtigsten Eigenschaften zählen unter anderen:

  • Fließfähig,
  • Selbstverdichtend,
  • Schnell überbaubar,
  • Mechanisch lösbar (Spatenlösbar),
  • Setzungsfrei,
  • Kein Nacherhärten,
  • Pumpbar,
  • Definierte steuerbare Eigenschaften,
  • Umweltverträglich,
  • Verträglichkeit mit Rohrmaterialien,
  • Stabile chemische Eigenschaften,
  • Erosionsstabil,
  • Dämpfendes Verhalten bei dynamischer Einwirkung,
  • Keine Nachverdichtung bei dynamischer Einwirkung,
  • Wärme-, Wasser- und Gasdurchlässigkeit.

 

In der Vergangenheit gab es häufig Schadensfälle im Zusammenhang mit der Flüssigbodentechnologie, die auf eine fehlende Qualitätssicherung, insbesondere auf ein fehlende Vorort-Kontrolle der Flüssigbodeneigenschaften zurück zu führen waren. Nur bei sicher und nachhaltig gewährleistbaren Eigenschaften wird sich diese innovative und umweltschonende Technologie großtechnisch bei Herstellern, Anwendern und Kunden am Markt gegenüber den bisherigen Ressourcen verbrauchenden Technologien durchsetzen können. Das Flüssigbodenverfahren verbindet ressourcenschonendes und umweltfreundliches Bauen mit tiefbautechnischen Vorteilen. Die Vorteile des Verfahrens können wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Kosten- und Zeitersparnisse bei der Verfüllung (Bau-, Personal- und Folgekosten),
  2. vielseitige Anwendbarkeit,
  3. Selbstverdichtend – keine Erschütterung, Lärmemissionen und Schäden an Nachbarbauwerken durch Verdichtungsarbeiten,
  4. optimale Verdichtung,
  5. Keine Nachsetzungen – keine Fahrbahn-, Oberflächen- und Leitungsschäden,
  6. Umweltunbedenklich, schützt Boden und Grundwasser,
  7. Vollständige Bettung der Rohre, keine erhöhten Punktbelastungen,
  8. Schmalere Gräben – Optimierung des Arbeitsraumes und weniger Bodenaushub – Masseneinsparung – Schonung von Kies- und Sandvorkommen,
  9. Komplette Ausfüllung der Gräben, auch in schwierigen Bereichen mit schlechter Zugänglichkeit,
  10. Stoffkreislauf wird gewährleistet,
  11. Personaleinsparung,
  12. Langlebigkeit durch gute Bettungseigenschaften.

 

Für einen erfolgreichen Einsatz bedarf es an einer zukunftsorientieren und prozessintegrierten Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems.